Masseur und Massage Ausbildung in Deutschland
Alle Massageschulen und Kursanbieter für die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister sowie für Massage-Weiterbildungen, geordnet nach Bundesland und Stadt. Staatlich anerkannte Berufsfachschulen, private Massageschulen und Fernkurse im Überblick.
Massageschulen nach Bundesland
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Allgemeines zur Ausbildung
Die rechtlichen Regelungen für die Ausbildung sind in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Masseure und medizinische Bademeister und in der übergreifenden Rechtsvorschrift, dem Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (MPhG), vermerkt. Vor 2008 mussten Bewerber mindestens das 16. Lebensjahr vollendet haben. Seit dem 24.10.2008 gibt es das Mindestalter für Bewerber nicht mehr. Ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Schulabschluss sind jedoch Voraussetzung.
Der Schulabschluss kann durch eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens einjähriger Dauer ersetzt werden. Vor Beginn der Ausbildung muss ein ärztliches Zeugnis vorliegen, das die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs des Masseurs und medizinischen Bademeisters bescheinigt.
Dieses Zeugnis darf bei Beginn der Ausbildung nicht älter als drei Monate sein. Einige Schulen verlangen zusätzlich ein orthopädisches Gesundheitszeugnis, eine Tuberkulose-Untersuchung oder einen Allergietest. Gegebenenfalls muss zudem ein Führungszeugnis vorlegt werden. Zudem kann der Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses erforderlich sein.
Bei einigen Ausbildungseinrichtungen wird auch ein Praktikum vor Beginn der Ausbildung gefordert. Dieses kann beispielsweise in Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen oder Physiotherapiepraxen absolviert werden. Einige Schulen führen Auswahlverfahren durch, denn meistens gibt es mehr Bewerber als Schul- und Ausbildungsplätze.
Eventuell werden Bewerbungsgespräche durchgeführt, um die Motivation und das Interesse des Bewerbers zu erfragen. Teilweise werden auch die schulischen Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern beurteilt oder es werden praktische Aufnahmeprüfungen durchgeführt. Neben diesen schulischen und rechtlichen Voraussetzungen sollte auch die persönliche Eignung beachtet werden. Masseure haben ständig Kontakt zu anderen Menschen.
Sie sollten deshalb offen mit anderen Menschen umgehen können und keine Berührungsängste haben. Eine besondere körperliche Fitness ist für die Ausbildung zwar nicht erforderlich, eine gewisse Beweglichkeit und Geschicklichkeit sollte jedoch vorhanden sein.
Voraussetzungen und rechtliche Reglementierungen
Die Ausbildung zum Masseur ist immer eine kombinierte Ausbildung Masseur und medizinischer Bademeister. Die Ausbildung findet an staatlich anerkannten oder staatlichen Berufsfachschulen statt und ist durch die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Masseure und medizinische Bademeister geregelt. Der Unterricht findet an privaten kostenpflichtigen Schulen oder an Schulen statt, die zu Kliniken oder Universitäten gehören.
Diese erheben meistens weniger oder gar keine Gebühren. Auf dem freien Markt gibt es viele Weiterbildungsträger, die Fortbildungen zum Masseur anbieten. Da der Titel Masseur oder Massagetherapeut nicht geschützt ist, dürfen sich Absolventen dieser Fortbildungen zwar auch so nennen, die staatliche Anerkennung fehlt jedoch.
Die meisten Hochschulkliniken, Krankenhäuser, Massage- und Krankengymnastikpraxen stellen ausschließlich Masseure und medizinische Bademeister mit staatlicher Anerkennung ein.
Ausbildungsdauer
In Vollzeit beträgt die reguläre Ausbildungsdauer zweieinhalb Jahre. An einigen Schulen kann die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister auch in Teilzeit absolviert werden. Die Ausbildungszeit verlängert sich dementsprechend auf etwa 5 Jahre. Laut Ausbildungsverordnung umfasst der praktische und theoretische Unterricht an den Berufsfachschulen etwa 2100 Stunden. Dazu kommt die praktische Ausbildung in Krankenhäusern, Rehakliniken, Physiotherapie- oder Krankengymnastikpraxen mit rund 800 Stunden.
Wenn ein Auszubildender bereits praktische Erfahrungen im Bereich der Massage gesammelt hat, kann die Dauer der praktischen Ausbildung verkürzt werden. Dabei ist maximal eine Verkürzung von einem halben Jahr möglich, sodass die verkürzte Ausbildungsdauer bei zwei Jahren liegt.
Lerninhalte
Grundlage der Tätigkeit als Masseur und medizinischer Bademeister sind fundierte Kenntnisse im Bereich der menschlichen Anatomie, Physiologie und Pathologie. Im Bereich der Anatomie werden Lage, Strukturen und Gestalt von Körperteilen, Geweben, Organen oder Zellen betrachtet. In der Physiologie sind die physikalischen und biochemischen Vorgänge in den entsprechenden Geweben, Zellen und Organen ein Thema. Die Pathologie ist die Lehre von den Krankheiten. Im Unterricht liegt der Fokus in diesen Fächern vor allem auf dem Bewegungsapparat, also auf der Muskulatur, den Knochen, den Sehnen, Gelenken, Faszien, Bandscheiben und Bändern. Zudem erlernen die Auszubildenden wie ein physikalisch-therapeutischer Befund erhoben wird und wie anhand dieses Befunds ein Therapieplan erstellt wird.
Natürlich stehen auch die Techniken der Massagetherapie auf dem Lehrplan. Klassische Bindegewebs-, Segment- und Periostmassagen werden gelehrt. Dazu erfahren die Auszubildenden wie die Massagen wirken und bei welchen Krankheitsbildern sie angewendet werden. Auch die Reflexzonentherapie ist Teil der Ausbildung. Weitere Ausbildungsinhalte sind Wärme- und Lichtbehandlungen, Strahlenheilkunde und die Elektrotherapie. Der Bereich des medizinischen Bademeisters umfasst die Badeheilkunde. Dazu gehören medizinische Bäder und Kneippsche Anwendungen. Ferner gehören die Verbandslehre, die Erste Hilfe, die Berufsethik und die spezielle sowie allgemeine Berufslehre zum Ausbildungsplan.
An die zweijährige Schulausbildung schließt sich ein Praktikum an. Dieses kann in
- Krankenhäusern
- Universitätskliniken
- Rehaeinrichtungen
- Bäderbetrieben
absolviert werden.
Formen der Masseur Ausbildung
Die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister erfolgt normalerweise in Vollzeit. Unterricht findet in der Regel an 40 Stunden in der Woche statt.
Zusätzlich ist ein tägliches Selbststudium von ein bis anderthalb Stunden erforderlich.
Während der praktischen Ausbildung orientieren sich die Arbeitszeiten an der jeweiligen Praktikumseinrichtung. Wochenend- und Feiertagsarbeit sind möglich.
An einigen Schulen kann die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister auch in Teilzeit absolviert werden. Die Teilzeitausbildung ist allerdings eher die Ausnahme. In der Regel ist eine Vollzeitteilnahme am Unterricht Voraussetzung.
Abschluss der Ausbildung
Die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister wird gemäß Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Masseure und medizinische Bademeister vom 06.12.1994 mit einer staatlichen Abschlussprüfung beendet. Diese besteht aus
- einem schriftlichen
- einem mündlichen
- einem praktischen Teil.
Im schriftlichen Teil werden die Themenbereiche Berufskunde, Staatskunde, Gesetzeskunde, Psychologie, spezielle Krankheitslehre, Prävention, Rehabilitation, Physiologie, Massagetherapie, Reflexzonentherapie, Pädagogik und Soziologie abgefragt. Der mündliche Teil erstreckt sich auf die Themen Pathologie und Anatomie.
In der praktischen Prüfung werden physikalisch-therapeutische Befundtechniken, Hydro-, Balneo- und Thermotherapie oder verschiedene Formen der Massagetherapie geprüft. Wer die Prüfung erfolgreich absolviert hat, darf sich Masseur und medizinischer Bademeister nennen. Hier finden Sie Details rund um die Gehaltsstruktur
Berufliche Einsatzmöglichkeiten
Masseure und medizinische Bademeister sind in Krankenhäusern, Massagepraxen, Rehabilitationskliniken, Altenheimen, Bädern, Fitnesseinrichtungen, Saunen, Gesundheitszentren und bei Pflegediensten beschäftigt. Auch eine selbstständige Tätigkeit ist möglich.
Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich den Masseuren und medizinischen Bademeistern zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Dazu gehören Fortbildungen in speziellen Massagetechniken oder in der Lymphdrainage.
Vor allem die Fortbildung zum Ödem- und Lymphdrainagetherapeuten ist häufig schon eine Voraussetzung für den Eintritt in das Berufsleben. Auch Fortbildungen im Bereich der Sporttherapie, der Rückenschule oder der Fußreflexzonenmassage können sinnvoll sein. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister kann auch die verkürzte Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert werden. Wer zusätzlich über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, kann Studiengänge aus den Bereichen Medizin- oder Sportpädagogik belegen.
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